Natürlich laufen

Barfuß laufen ist gesund. Das ist nichts neues, aber ganz ohne Schutz für die Füße zu laufen, ist eine große Überwindung. Nach nach dem Untergrund sollte man über den Umfang und die Intensität nachdenken. D.h. manchmal kann ein kleiner Schutz notwendig sein.

Inwischen gibt es aber diverse Schuhhersteller mit Schuhen für natürliches laufen oder gehen, bzw. spezielle Socken.
Deshalb beschäftigt mich das Thema als Langstreckenläufer und Lauftrainer.

Bei natürlichem Laufen gibt es verschiedene Ausprägungen.

In der Linksammlung habe ich Artikel zu dem Thema barfuß Laufen und natürlich Laufen gesammelt.

Durch falsche und nicht passende Schuhe leiden viele Menschen unter Fußproblemen. Nach vielen Jahren können sich die Füße negativ verändern und bleibende Schäden entstehen. Die Muskeln und Nerven schalten mit der Zeit ab und Fehlstellungen entstehen.

  • Schiefzehen – die große Zehe ist nach innen abgeknickt
  • Plattfuß – die Fußsohle liegt flach auf dem Boden
  • Spreizfuß – das Quergewölbe des Fußes ist gesenkt
  • Hammerzehen – die Zehen sind gebeugt und können nicht mehr gestreckt werden
  • Knick-Senk-Fuß – das Längsgewölbe des Fußes ist gesenkt

Ist ein Fuss einmal verformt wird er nie mehr zum Normalfuß. Aber durch die richtigen Maßnahmen kann man neuen Beschwerden vorbeugen.
Durch das Barfußlaufen wird die Muskulatur gekräftigt und die Sehnen und Gelenke stabilisiert.

 

Die Umstellung vom normalen Schuh zum natürlichen Laufen sollte behutsam durchgeführt werden. Zunächst reichen Läufe in langsamem Tempo von ca. 15 Minuten. Der Umfang kann dann langsam gesteigert werden.

Grundsätzlich ist es so, dass sich die Muskulatur schneller als Knochen, Sehnen und Knorpel an die neue Belastungsart anpasst. Deshalb ist es wichtig auch wenn die Muskulatur schneller oder mehr laufen kann, vorsichtig zu sein. Ein Anpassung der Knochen kann viele Monate dauern.
Das Laufen ohne Dämpfung auf harten Boden ist nur etwas für sehr geübte Personen. D.h. ohne Dämpfung sollte man eher weichen Boden aussuchen oder nur gehen. Bei Laufen auf hartem Untergrund empfehle ich Schuhe mit ganz leichter Dämpfung, die aber trotzdem noch positiv für das natürliche Laufen wirken.

Wie wirkt sich das natürliche Laufen aus:

  • Mit dem normalen Laufschuh wird der Aufprall in der Regel mit der Ferse gedämpft, wobei das Bein gestreckt ist und dies eine große Belastung für das Knie ist. Der Barfußläufer dämpft den Aufprall mit dem Vorderfuß. Dabei ist das Bein leicht gebeugt und deshalb die Belastung für das Knie geringer.
  • Die Vorderfußdämpfung des Barfußläufers stellt ganz neue biomechanische Anforderungen. Muskeln und Sehnen im Fußgewölbe und im Unterschenkel sind gefordert.
  • Die Schritte des Läufers werden kürzer und die Haltung aufrechter.
  • Weil keine dicke Schuhsohle die Fußsohlenreflexe abblockt, wird der natürliche Bewegungsablauf aktiviert.
  • Die richtige Abrollbewegung des uneingeengten Fußes läßt die Wandenmuskeln als Blutpumpe in Richtung Herz wirksam werden. Das dient der Vorbeugung von Venenleiden.

 

Der Mensch ist die längste Zeit seiner Geschichte ohne Schuhe gelaufen. Muskular, Sehnen und Bänder waren dafür in der Evolution ausgebildet worden. Jetzt werden die Füsse in starre Halterungen gestreckt. Zwar sind die Füsse dadurch geschützt, aber fehlt nun jede natürliche Arbeit der Füsse. Somit schwächen sich z.B. die Fußmuskulatur und der Plattfuß kann entstehen.

Mit Schuhen werden die meisten Menschen nicht mit dem Mittel- oder Vorfuß aufsetzen, sondern mit der Ferse. Dadurch steigt die Belastung für die Knie, da das Bein beim Fersenaufsatz gestreckt ist.

Wenn Sie einmal ohne Schuhe laufen, werden Sie kaum über die Ferse laufen. Das harte Aufsetzen werden Sie sofort vermeiden wollen und setzen mit dem Mittel- oder sogar mit dem Vorfuß auf.

 

Wenn man mit dem Barfußlaufen anfängt, sollte man langsam und mit kurzen Läufen einsteigen. Falls starte Fußschwächen in der Muskulatur bestehen und sogar Fehlstellungen vorliegen, kann durch Überbelastung ein Problem verstärkt werden. Um den aktuellen Stand des Laufstil und der Füße zu kennen, rate ich zu einer Laufstilanalyse mit Fußanalyse.

Beginnen Sie mit ca. 5 Minuten ganz langsamen Laufen oder gehen. Wie sich Umfang und Intensität steigern lassen, hängt von den Füßen ab. Wie kaputt sind diese schon und lassen sich manche Muskelgruppen etwas aufbauen.

Für die meisten Menschen, ist es sicherlich schon ein riesen Gewinn 10 bis 20 Minuten die Woche barfuß zu laufen. Zusätzlich sollte man die Umstellung des Laufstil, weg vom Fersenaufsatz, mit neutralen Schuhe üben, was aber eine Sache von mehreren Monaten sein kann. Man sollte gezielt Trainingseinheiten herausnehmen, die ganz bewußt in dem neuen Laufstil gelaufen werden.